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Hinweise und Tipps zu Hochfrequenzleitungen



• Bei Crimpsteckern wird das Kabelgeflecht mit einer Crimphülse durch mechanische Verformung mit dem Steckverbindergehäuse verbunden. Dies kann sehr schnell und mit guter Reproduzierbarkeit durchgeführt werden. Aufgrund der niedrigen Montagekosten sind Crimpstecker der Standard für die industrielle Verwendung.

• Bei Klemmsteckern wird das Kabelgeflecht mit einem Klemmkonus mit dem Steckverbindergehäuse verbunden. Diese Steckverbinder erreichen eine sehr gute Abdichtung gegenüber Feuchtigkeit und lassen sich ebenfalls am Übergang zum Kabel sehr gut abdichten. Die Montagekosten bei der Konfektion sind höher als bei Crimpsteckern. Klemmstecker werden überwiegend im Außenbereich verwendet.

• Bei Lötsteckern wird der Außenleiter mit dem Steckverbindergehäuse verlötet. Diese Montageart wird bei Semi-Rigid Kabeln (oder Semi-Rigid ähnlichen, z.B. Multiflex von Huber+Suhner) verwendet. Es wird eine hervorragende elektrische Verbindung sowie eine sehr gute Schirmdämpfung erreicht.



Für Außenanwendungen ist insbesondere das Material des Kabelmantels von Bedeutung. Achten Sie darauf, ein Kabel mit einem Mantel aus Polyethylen (PE), FEP oder UV-stabilisiertem PVC zu verwenden. Bei den Steckverbindern sollten Ausführungen in Klemm-Montage verwendet werden. Ein Dichtband muss die Steckverbindung zusätzlich gegen Feuchtigkeit abdichten.



Verwenden Sie Koaxialkabel mit einem Dielektrikum aus PTFE und einem Mantel aus FEP (Beispiel: Huber+Suhner K_02252_D). Diese Koaxialkabel können bis +165° C eingesetzt werden. Bitte vermerken Sie bei der Bestellung den Hinweis "Hochtemperatur, ohne Knickschutz liefern", da diese nicht für hohe Temperaturen geeignet sind.



Bei niedrigen Frequenzen sind dünne RG-Kabel, wie z.B. das RG 174 /U oder das RG 316 /U sehr geeignet. Mit doppelter Schirmung empfiehlt sich das K_02252_D oder das LMR-100A-PVC. Wenn für Ihre Anwendung die Verwendung eines schwer entflammbaren Kabels vorgeschrieben ist, was bei Elektrogeräten häufig der Fall ist, empfehlen wir das Enviroflex_316_D.

Bei hohen Frequenzen oder Messgeräten empfehlen wir Semi-Rigid Festmantelkabel. Diese erreichen die beste Schirmdämpfung. Wenn die Kabel in beengten Geräten verlegt werden müssen, sind handformbare Leitungen sehr hilfreich, denn diese können während der Montage im Gerät ohne Werkzeug einfach nur mit der Hand gebogen werden. Anschließend behalten Sie diese Form bei. Semi-Rigid-Leitungen (egal ob starr oder handformbar) sollten wenn möglich nur einmailig gebogen werden.



Für rauhe Umgebungen im Industriebereich sind Koaxialkabel mit einem Außenmantel aus FEP sehr empfehlenswert. FEP ist äußerst beständig gegenüber Säuren, Basen, Benzin, Alkohol und Öl. Mantel aus Polyethylen weisen ebenfalls einge gute Beständigkeit gegenüber Chemialien auf.



Eine niedrige Dänpfung wird bei Koaxialkabel mit einem Draht-Innenleiter und einem geschäumten Dielektrikum (bzw. Luftzellen) erreicht. Kabel mit sehr geringer Dämpfung werden mit "Low Loss" bezeichnet.



Koaxialkabel mit einem Litzen-Innenleiter und einem PVC Mantel erreichen die bestmögliche Flexibilität.


Der Frequenzbereich des konfektionierten Koaxialkabels ist abhängig vom Koaxialkabel und den verwendeten Steckverbindern. Beim Koaxialkabel ist der Frequenzbereich abhängig von den Abmessungen (TEM-cutoff) sowie von der Dichte des Geflechts und den elektrischen Parametern (Dämpfung, SWR).

Als Faustregel können einfach geschirmte Koaxialkabel bis 1 GHz, doppelt geschirmte bis 6 GHz und Semi-Rigid sowie doppelt geschirmte flexible Koaxialkabel mit einer Bandierung (z.B. Multiflex) bis über 18 GHz verwendet werden.

Der Frequenzbereich des Steckverbinders ist in der Regel im Datenblatt angegeben, in der rechten Spalte sehen Sie eine Übersicht mit typischen Werten.



Halogene sind chemische Elemente der 7. Hauptgruppe des Periodensystems, wie z.B. Fluor, Chlor oder Brom. Sie sind in machen Kunststoffen (Kabelmantel!) enthalten oder werden diesen zugesetzt. Im Brandfall bilden Sie jedoch giftige Gase und in Verbindung mit Löschwasser zudem aggressive Säuren. Damit stellen Sie im Falle eines Brands nicht nur eine Gefahr für das Menschenleben dar, sondern zerstören durch Korrosion auch teure Geräte oder Einrichtungen. Aus Brandschutzgründen ist daher der Einsatz von halogenfreien Koaxialkabel nach IEC60754 empfehlenswert. Halogenfrei bedeutet aber nicht gleichzeitig schwer entflammbar und umgekehrt!

Zur Klassifizierung der Flammwidrigkeit gibt es unterschiedliche Standards (International Electrotechnical Commission IEC, Underwriters Laboratories Inc. UL, Canadian Standards Association CSA), welche sich aber manchmal in etwa entsprechen. Wichtig ist insbesondere die Prüfung der vertikalen Flammbarkeit eines einzelnen Kabels mit dem Bunsenbrenner nach IEC60332-1. Eine ensprechende UL-Prüfung ist die UL1581§1080 bzw. bei der CSA die FT1. Nach UL1581§1080 geprüfte Kabel werden auch oft mit VW1 (vertikal wire) gekennzeichnet.

Für Installationen gibt es in den USA auch den Sicherheitsstandard NEC (National Electric Code), auch als NFPA70 (National Fire Protection Association) bekannt. Koaxialkabel für Wohnräume müssen mit CMX, Koaxialkabel für allgemeine Verwendung mit CMG (G=general), Koaxialkabel für vertikale Steigrohre mit CMR (R=riser) und Koaxialkabel zur Verlegung in horizontalen Schächten oder in Lüftungsschächten mit CMP (P=plenum) klassifiziert sein. Je nach Klassifizierung werden an die Kabel unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Flammbarkeit und des Brandverhaltens (Brandausbreitung, Rauch) gestellt.

Flammwidrige und halogenfreie Koaxialkabel werden häufig mit FRNC (Flame Retardant Non Corrosive), LSFH (Low Smoke Free of Halogens) oder LSOH (Low Smoke Zero Halogen) bezeichnet. Zur Verwendung in öffentlichen Gebäuden oder in Transportmitteln ist aber immer ein Koaxialkabel auszuwählen, welches gemäß Herstellerspezifikation (Datenblatt) die hierzu vorgegebenen Standards erfüllt!



An Messkabel für vektorielle Netzwerkanalysatoren werden sehr hohe Anforderungen gestellt, insbesondere der Amplituden- und Phasenstabilität. Je nach Ihren Anforderungen an die Messgenauigkeit und den Frequenzbereich können teilweise aber auch gute Mikrowellenkabel mit hoher Phasenstabilität verwendet werden! Hier helfen wir Ihnen auf Anfrage gerne weiter.

Um Beschädigungen teurer Messkabel zu verhindern, werden Messkabel häufig armiert. Das eigentliche Koaxialkabel befindet sich hierzu in einem Schutzmantel, z.B. aus Edelstahl.

Frequenzbereiche Steckverbinder

UHF200 MHz
FME2.5 GHz
SSMB3 GHz
F3 GHz
BNC4 GHz
SMB4 GHz
MCX6 GHz
MMCX6 GHz
7-167.5 GHz
SMC10 GHz
TNC11 GHz
N11 GHz
SMP12 GHz
SMA18 GHz

Empfohlene Anzugsdrehmomente

SSMB0.5 Nm
MMCX0.5 Nm
SMB1 Nm
SMC1 Nm
MCX1 Nm
Mini-UHF2.5 Nm
SMA2.5 Nm
BNC2.5 Nm
TNC2.5 Nm
FME3 Nm
UHF10 Nm
7-1620...25 Nm
Werden geschraubte Steckverbinder mit zu geringem Drehmoment angezogen, führt dies sehr häufig zu Einbrüchen (erhöhte Dämpfung) im Frequenzbereich! Insbesondere in der Messtechnik oder bei fest verlegten Leitungen sind daher die Steckverbindungen immer mit einem Drehmomentschlüssel anzuziehen.

Kabelkonfektion - Made in Germany


Wir konfektionieren Hochfrequenz- und Mikrowellenkabel nach Ihren Vorgaben - vom Einzelstück bis zur Serienproduktion. Unsere Kabelfertigung verfügt über moderne Produktionsmaschinen zum automatischen Ablängen und Abisolieren sowie über alle notwendigen Spezialwerkzeuge für eine fachgerechte Steckermontage mit gleichbleibend hoher Qualität. Durch unseren Produktionsstandort in Deutschland können wir sehr kurzfristig liefern.

Präzise, reproduzierbare Schnittlängen


Automatisches Abisolieren


Bedrucken von Schrumpfschläuchen
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